3 Fragen an … Ali Mahlodji, Gründer und CEO von Whatchado

18. März 2013

Interviews

Ali Mahlodji

Karrieren, Menschen, Stories. Das ist der Slogan von Whatchado, dem österreichischen Web-Portal, das Ali Mahlodji und Jubin Honarfar 2011 gründeten. Der Name Whatchado ist amerikanischer Slang und leitet sich von der Frage ab: “What do you do?” Die Idee hinter der Storytelling-Plattform: Menschen erzählen von sich, von ihrem Beruf und Werdegang. Vom Lehrling bis zum Bundespräsidenten sind hier alle Berufe vertreten. Ali Mahlodji, Mitgründer und CEO von Whatchado, hat selbst eine bewegte Lebensgeschichte. Er musste mit seinen Eltern als Zweijähriger aus dem Iran fliehen, brach kurz vorm Abschluss die HTL ab, absolvierte dann aber eine Weiterbildung im Software Engineering und ein FH-Studium. Authentizität ist sein Credo. Er arbeitete als Berater für internationale IT-Großprojekte bei Siemens und baute über mehrere Jahre hinweg das technische SalesTeam von Sun Microsystems mit aus. Während seiner Zeit als Projektleiter bei der Online Agentur Super-Fi hat er digitale Medienprojekte für Kunden wie Heineken und Red Bull Mobile geleitet.

1. Sehr geehrter Herr Mahlodji, Whatchado ist im Sommer 2 Jahre online, wann und wie kamen sie auf die Idee für dieses tolle Projekt und gab es große Hürden auf dem Weg bis zur Realisierung? Welche Pläne haben Sie mit Whatchado und hat sich Ihr Leben seit des Go-Live verändert?

Ali Mahlodji: Die Plattform WHATCHADO enstammt einer Kindheitsidee von mir und war als Handbuch der Lebensgeschichten, man könnte sagen als „Wikipedia der Lebensläufe“ gedacht. Ich war selbst neugierig und wollte stets wissen, was die Menschen in meinem direkten Umfeld tatsächlich so machen und daher kam mir die Idee jedem Menschen kurz und knackig anhand eines 4-Augensgesprächs zu Beruf, Werdegang und eigener Erfahrung zu interviewen und das ganze als Video zu zeigen, vor allem deshalb, da man zum jeweiligen Beruf eine Bezugsperson, ein Gesicht hat. Vor ein bisschen mehr als 2 Jahren bekam ich eine kleine HD-Cam geschenkt und begann mit meinem Kindheitsfreund Jubin aus der Idee ein Konzept zu machen. Im Mai 2011 haben wir dann für die Idee den internationalen Social Impact Award gewonnen und sind Ende Juni 2011 mit 17 Videos und dem Verein WHATCHADO online gegangen. Ein Business-Modell gab es damals noch nicht, im Grunde haben wir WHATCHADO aus damaliger Sicht für unsere Freunde und natürlich uns selbst gemacht. Am Tag des Go-Lives hat das staatliche Fernsehen einen TV-Bericht gebracht.
Kurz nach der Ausstrahlung des Berichts ging es los und binnen weniger als 72 Stunden haben sich dann auch 5 Unternehmen bei uns gemeldet. Diese Unternehmen fragten uns, ob wir nicht ihre Mitarbeiter sprechen lassen könnten. Von da an wollten wir die Idee hinter WHATCHADO einfach größer machen, gaben unsere Jobs auf und starteten im Jänner des darauffolgenden Jahres als Unternehmen. Alle Personen, die uns während des ersten Jahres ehrenamtlich unterstützt hatten, nahmen wir mit an Bord und mit heutigem Tag haben wir mehr als 850 Lebensgeschichten online. Unser Team ist rapide gewachsen, ich glaube 22 Leute sind wir heute – stimmt, seit Montag sind wir 22. Unser Ziel ist es dieses Jahr die größte Plattform in Österreich, in Deutschland und der Schweiz zu werden, auf der sich jeder Mensch informieren kann, wenn es darum geht, welche Jobs und Werdegänge es gibt und wie andere Menschen dorthin kamen, wo man womöglich selbst hin möchte. Mein Leben hat sich insofern geändert, dass ich nun das mache, was mir am meisten Freude bereitet und unser junges Team einen Drive hat, der mich selbst täglich erstaunt. Hürden wird es immer wieder geben, aber mit dem richtigen Team und einem gesunden Hausverstand werden wir diese Hürden stets packen. Es ging alles wirklich sehr, sehr schnell – ja eine ganz besondere Hürde gab es schon – unsere Teamklausur in Thailand, bei 26Stunden Anreise und fast 20 Leuten kann das doch recht herausfordernd sein.
2. Auf der einen Seite tummeln sich bei Whatchado viele orientierungswillige junge Leute, auf der anderen Seite kämpfen Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen gegen den Fachkräftemangel, wie kommen diese Arbeitgeber auf Ihre Plattform und was müssen diese im Bereich Social  Media sonst noch tun, um für junge Menschen interessant zu werden?

Ali Mahlodji: Prinzipiell versuchen wir gezielt bei Berufs- und Karrieremessen direkt mit der Zielgruppe in Verbindung zu treten und dort konkrete Themen direkt anzusprechen. In Österreich haben wir derzeit einen Mangel an Lehrlingen, weshalb wir beispielsweise einen Themenchannel namens „Traumberuf Industrie“ kreiert haben auf dem ausschließlich Lehrlingsberufe dargestellt werden, um so aufzuzeigen welche Lehrberufe es gibt und an wen man sich wenden kann, wenn konkretes Interesse an einem Lehrberuf besteht. Letzt Woche waren wir auf der Berufs- und Studien-Messe wo wir wieder die Möglichkeit hatten direkt mit den anderen Ausstellern, aber auch den Besuchern unseres Standes in Kontakt zu treten. Gerade bei Veranstaltungen nutzen wir Social Media auch dazu, die Menschen einerseits darauf aufmerksam zu machen, wo wir sind und was wir tun, andererseits die Leute zu animieren direkt zu uns zu kommen, um konkrete Themen anzusprechen. Das hat sich bisher recht gut bewährt, alleine deshalb, da unser Team sehr jung ist und wir die Sprache unseres Zielpublikums sprechen.
3. Beim Jobvideo-Dreh stellt Whatchado seinen Interviewpartnern immer die gleichen 7 Fragen. Die letzte davon lautet: Drei Ratschläge an dein 14-jähriges Ich? Wie antworten Sie darauf?
Ali Mahlodji: Also ich würde dem 14-jährigen Ali (aber auch jedem anderen 14-Jährigen) raten:
Erstens: Höre niemals auf, nach dem zu suchen, was dich glücklich macht – genau dann bist du auch in dem gut, was du machst und bleibst glücklich!
Zweitens würde ich mir raten: Regeln zu brechen, aber niemals das Gesetz, denn alles Innovative entsteht immer dann, wenn jemand die Regeln bricht und ja drittens: sei naiv genug zu denken, dass du alles schaffst – denn es geht wirklich – WHATCHADO ist der beste Beweis. (lacht)
Herzlichen Dank, Herr Mahlodji, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben.
Hier geht’s zu WHATCHADO!

 

, , , , , ,

Bisher gibt es noch keine Kommentare.

Antwort erstellen

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.