3 Fragen an … Anne Kohlbrecher, Public & Health Sector der ZEIT

8. Februar 2013

Interviews

In unse­rer Inter­viewreihe plau­dern wir die­ses Mal mit Anne Kohl­bre­cher. Sie ist seit 2011 Ver­kaufs­lei­te­rin bei der ZEIT und betreut die Stel­len­märkte für Anzei­gen­kun­den aus den Berei­chen Gesund­heits­markt, Öffent­li­cher Dienst und Gemein­nüt­zige Orga­ni­sa­tio­nen. Zuvor sam­melte sie als Pro­jekt­ma­na­ge­rin für Mar­ke­ting und Media-Marktforschung zwei Jahre Erfah­rung bei der Bauer Ver­lags­gruppe, die auch Koope­ra­ti­ons­part­ner ihres dua­len Stu­di­ums der Betriebs­wirt­schafts­lehre war.

Anne Kohl­bre­cher, Ver­kaufs­lei­te­rin Per­so­nal­mar­ke­ting Public & Health Sec­tor, Die ZEIT

1. Wie sieht Ihr Arbeits­all­tag in der Anzei­gen­ab­tei­lung der ZEIT aus, ins­be­son­dere wenn Sie ein neues Pro­dukt auf den Markt brin­gen, wie jetzt gerade Ihr Image­an­zei­gen­pa­ket “AKUT”, das Sie spe­zi­ell für Kli­ni­ken ent­wi­ckelt haben?

Anne Kohl­bre­cher: Die Ein­füh­rung eines neuen Pro­duk­tes ist immer auf­re­gend. Denn schließ­lich wis­sen wir vor­her nicht, wie das Pro­dukt ange­nom­men wird. Daher ver­su­chen wir vor­her genau aus­zu­lo­ten, was unsere Kun­den wol­len. Uns fiel auf, dass einige Kli­ni­ken ver­ein­zelt Personalimage-Anzeigen schal­te­ten , aber mit dem Ergeb­nis unzu­frie­den waren.  Das woll­ten wir ändern. Mit Akut möch­ten wir Kun­den die Gele­gen­heit geben, sich als Arbeit­ge­ber in den Köp­fen der Ziel­gruppe wirk­lich zu ver­an­kern. „AKUT“ sieht immer meh­rere Anzei­gen in der ZEIT, auf ZEIT ONLINE oder auch in ZEIT Maga­zi­nen vor. Die Leser wer­den wäh­rend der vier- bis zwölf­wö­chi­gen Lauf­zeit mehr­fach und über unter­schied­li­che Kanäle ange­spro­chen. So wirkt Wer­bung – auch Per­so­nal­wer­bung – bes­ser. Natür­lich wis­sen wir, dass so eine Image­kam­pa­gne für viele Kli­ni­ken eine Inves­ti­tion bedeu­tet. Wir bie­ten „AKUT“ daher zu sehr ermä­ßig­ten Prei­sen an. Denn wir möch­ten unse­ren Kun­den die Ent­schei­dung ein­fa­cher machen und wir sind über­zeugt, dass Personalimage-Werbung in unse­ren Medien wirkt.

2. Der Arbeits­markt im Bereich der Gesund­heits­be­rufe ist ziem­lich ange­spannt — es man­gelt über­all an Fach­kräf­ten. Was kön­nen und müs­sen Per­so­nal­lei­te­rIn­nen heute beson­ders beach­ten, um auch in Zukunft vakante Stel­len mit ihren Wunsch­kan­di­da­tIn­nen beset­zen zu kön­nen? Wel­che Tipps und Stra­te­gien legen Sie ihnen nahe?

Anne Kohl­bre­cher: Das ist wahr, wir hören jeden Tag von unse­ren Kun­den aus dem Gesund­heits­markt, wie schwer es ist, Ärzte, Psy­cho­lo­gen und Pfle­ge­kräfte zu fin­den. Die Kli­ni­ken ste­hen in einem star­ken Wett­be­werb, daher würde ich raten, sich in der Bewer­ber­ziel­gruppe als attrak­ti­ver Arbeit­ge­ber zu prä­sen­tie­ren. Das fängt z.B. mit der eige­nen Web­site an. Arbeitgeber-Informationen sowie aktu­elle Stel­len­an­zei­gen soll­ten schnell und ein­fach zu fin­den sein. Ich würde auch immer einen per­sön­li­chen Ansprech­part­ner für Bewerber-Fragen nen­nen, das baut Hemm­schwel­len ab.

Viele Kli­ni­ken beschrän­ken sich auf Stel­len­an­zei­gen. Das ist in die­sem schwie­ri­gen Markt zu wenig. Damit Stel­len­an­zei­gen erfolg­reich sind, muss man die Bekannt­heit stei­gern. Das kann z.B. durch Ver­an­stal­tun­gen an Hoch­schu­len oder auf Absol­ven­ten­mes­sen gesche­hen oder über Image­an­zei­gen in Print- oder Online­me­dien.

Wich­tig ist: Was Sie nach außen kom­mu­ni­zie­ren, soll­ten Sie auch hal­ten kön­nen. Interne Arbeits­be­din­gun­gen und Struk­tu­ren auf den Prüf­stand zu stel­len, halte ich für unver­zicht­bar. Schließ­lich gibt es keine bes­sere Wer­bung für ein Unter­neh­men als die eige­nen Mit­ar­bei­ter. Ich kenne einige Bei­spiele von Kli­ni­ken, die sich zunächst auf ihr inter­nes Per­so­nal­mar­ke­ting kon­zen­triert haben und nun ihre Stel­len ohne grö­ßere Pro­bleme beset­zen kön­nen.

3. Glau­ben Sie, dass es auf lange Sicht oder viel­leicht sogar bereits in ein paar Jah­ren keine Print-Stellenmärkte mehr geben wird, dass Aus­schrei­bun­gen dann nur noch online erfol­gen? Wel­che Vor- bzw. Nach­teile hätte das Ihrer Mei­nung nach?

Anne Kohl­bre­cherKlar ist, das Medi­en­nut­zungs­ver­hal­ten der Men­schen ändert sich. Aktu­elle Infor­ma­tio­nen wer­den stär­ker online abge­fragt. Auch Stel­len­an­zei­gen. Den­noch sind Print-Medien bei der Per­so­nal­su­che wei­ter­hin wich­tig. Über Online-Jobportale fin­det man nur aktiv Job-Suchende. Ange­sichts des Fach­kräf­te­man­gels reicht das noch lange nicht aus. Die meis­ten gro­ßen Wirt­schafts­un­ter­neh­men schal­ten mitt­ler­weile in Print-Medien Personalimage-Kampagnen, um sich als attrak­tive Arbeit­ge­ber früh­zei­tig ins Spiel zu brin­gen. Die aktu­el­len Stel­len­an­ge­bote gucken sich die Inter­es­sen­ten dann von ganz alleine auf der Web­site an. Und was bei Mar­ken­wer­bung gilt, gilt auch für Per­so­nal­wer­bung: Der Mix macht’s. Daher würde ich als Per­so­nal­lei­ter einer Kli­nik Print und Online nut­zen.

 Frau Kohl­bre­cher, vie­len Dank für das Inter­view!

Die Fra­gen stellte Vera Babi­lon.

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