3 Fragen an … Martin Poreda, Co-Founder von kununu

22. Mai 2013

Interviews

Ein unbeschriebenes Blatt ist die Arbeitgeberbewertungsplattform kununu schon lange nicht mehr. Das Portal verzeichnet aktuell mehr als 350.000 Beurteilungen und hat 1,5 Millionen Besucher pro Monat. Jede Menge Infos und ziemlich viel  Traffic also! Kununu ist nämlich ursprünglich ein suahelisches Wort, das „unbeschriebenes Blatt“ bedeutet. Seit seiner Gründung 2007 hat es sich zum größten deutschsprachigen Angebot für Arbeitgeberbewertungen entwickelt. Rund 3% aller Bewertungen wurden übrigens für die Medizin-/Pharma-/Chemiebranche abgegeben, Tendenz steigend. Versäumen Sie also nicht, sich rechtzeitig mit kununu und dem Thema Arbeitgeberbewertung auseinanderzusetzen. Martin Poreda, Co-Gründer und Geschäftsführer, gibt in unserem Interview heute schon mal wertvolle Tipps zum Umgang mit negativen Evaluationen. Unbedingt lesen!

1. Herr Poreda, im Januar dieses Jahres hat die XING AG nach langjähriger Kooperation kununu übernommen, hat sich hierdurch etwas verändert und/oder welche Vorteile bringt das einerseits den Usern und andererseits Ihren Kunden?

Martin Porekununu_logo_142x60_72dpida: Bereits während der Kooperation haben wir festgestellt, dass unsere Zusammenarbeit für beide Portale einen äußerst positiven Effekt hat. Seit der Übernahme können wir noch enger an den gemeinsamen Zielen arbeiten, sind schneller und erreichen mehr Kunden. Von der Übernahme profitieren User und Kunden gleichermaßen:
Für die User können wir noch rascher neues Features lancieren, die ihnen bei der Suche nach dem passenden Arbeitgeber oder bei der Beurteilung ihres Brötchengebers weiterhelfen. Weiters sorgen wir dafür, dass die Benutzer, die gerne beide Portale aufsuchen, mit einem Klick einen Überblick zu sämtlichen Arbeitgeber-Informationen vorfinden. Konkret: XING-User können direkt am Portal ihren Arbeitgeber anonym bewerten oder können direkt in den Unternehmensprofilen vorliegende Bewertungen lesen. Und kununu-User sehen beim Besuch eines Arbeitgeberprofils, wieviele Mitarbeiter der Firma mit einem XING-Profil präsent sind. Also viele Infos auf einen Blick, ohne einen Portal-Wechsel vornehmen zu müssen.
Unternehmen, die sich als Arbeitgeber auf kununu und XING präsentieren, decken sämtliche Anforderungen an Digital Employerung Branding sowie E-Recruiting ab. Mit einem gemeinsamen Profil ist die Darstellung auf den zwei wichtigsten Karriereportalen gewährleistet. Unsere Kunden profitieren zudem von einer monatlichen Reichweite von 6,5 Millionen Besucher.

2. Haben Sie einen Überblick, ob von den über 99.000 auf Ihrer Plattform bewerteten Unternehmen überdurchschnittlich viele oder wenige Firmen aus dem Healthcare-Bereich vertreten sind? Wie können denn unsere Kunden, die mehrheitlich aus dieser Sparte kommen, mit Ihrer Plattform kooperieren und z.B. etwas für Ihr Employer Branding tun?

Martin Poreda: Aus der Branche Pharma/Chemie/Medizin sind aktuell rund 3.000 Unternehmen bewertet, Tendenz steigend. Wie viele andere Branchen muss auch der Gesundheitssektor im „War for Talents“ bestehen. Damit Unternehmen auch in Zukunft die besten Mitarbeiter bekommen, müssen sie ihre Alleinstellungsmerkmale als Arbeitgeber klar und deutlich präsentieren. kununu ist dafür der optimale Kanal: Die hohe Frequenz bestätigt das Interesse der Bewerber, die bereits nach interessanten Arbeitgebern Ausschau halten. Nur wenn eine Firma als Arbeitgeber auf diesem Kanal präsent ist, kann sie auch tatsächlich gefunden werden.
Optimale Vorgehensweise für Unternehmen:
1. Bewertungsaufruf starten und viele authentische Rückmeldungen generieren
2. Mit einem Arbeitgeberprofil auf kununu und XING die Stärken als Arbeitgeber präsentieren
3. Das Arbeitgeberprofil aktiv in weitere Personalmarketing-Maßnahmen integrieren (Verlinkung des Profils auf Karriere-Website, Platzierung der kununu Gütesiegel in Stelleninseraten etc.)

3. Welches Vorgehen würden Sie z.B. einer Klinik empfehlen, die auf Ihrem Portal schlecht bewertet wurde?

Martin Poreda:
Arbeitgeberbewertungen lösen unweigerlich Emotionen aus. Entscheidend ist, wie das Unternehmen mit der Bewertung umgeht. Mit Reputationsmanagement können Arbeitgeber kritischen Bewertungen rasch „den Wind aus den Segeln nehmen“.
Der schnellste Weg, auf einen Erfahrungsbericht zu reagieren, ist das Schreiben einer Stellungnahme. kununu bietet Arbeitgebern kostenlos an, auf jede einzelne Bewertung einen Kommentar abgeben zu können. Mit einer Stellungnahme schlagen Firmen zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Arbeitgeber stellen sich einerseits dem Feedback der Mitarbeiter und können auf jeden einzelnen Punkt eingehen. Gleichzeitig signalisiert die Firma nach außen, dass sie einen wertschätzenden Umgang mit den Mitarbeitern führt und eine offene Feedbackkultur lebt.
Weiters empfehlen wir das Einholen von weiteren Erfahrungsberichten: Unternehmen können anhand der zusätzlichen Bewertungen sehr rasch erkennen, ob eine kritische Bewertung eine Einzelmeinung darstellt, oder ob tatsächlich Handlungsbedarf besteht. Anhand der Bewertungen können dann sehr gezielt etwaige Verbesserungsansätze ausgelotet und im Anschluss behoben werden.
Herr Poreda, wir danken Ihnen ganz herzlich für das Interview!
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