Cloud Computing – auch für Klinikverbände interessant

Die Cloudzone 2011, die vom 7. bis 8. April in der Karlsruher Messe stattfand, ist eine noch kleine, aber dafür feine Veranstaltung mit zahlreichen Anbietern und Dienstleistungen rund um das Thema Cloud Computing. Die Cloudzone 2011 wendet sich vor allem an kleine und mittelständische Unternehmen, die nach neuen kostengünstigen Lösungen für eine sichere Softwarestruktur suchen.  Cloud Computing bietet die Möglichkeit, Softwareanwendungen in eine „cloud“ auszulagern. Die Umsetzung ist einfach: man beauftragt einen externen Dienstleister, die benötigte Hardware (IAAS = Infrastructure as a Service), eine Plattform und die entsprechende Software (SaaS = Software as a Service) für alle Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen. Der Vorteil am Cloud Computing ist, dass die externen Dienstleister ihren Service ganz nach individuellem Bedarf anbieten. So können z. B. Speicherplatz oder Rechnerleistung je nach wechselnden Anforderungen – auch über Nacht wie mir versichert wurde – hinzu oder abbestellt werden. Und man bezahlt dann auch nur so viel Kapazität, wie man tatsächlich bestellt hat.

www.cloud.fraunhofer.de

Beispiel von Fraunhofer: Optimierung von Logistikprozessen mit Hilfe von Cloud IT.

Überblick. Ein Aspekt von Cloud Computing ist “Software as a Service” und dafür gibt es schon jetzt ein vielfältiges Angebot: Von der umfangreichen Verwaltungssoftware wie SAP bis zu Microsoft-Anwendungen können die Unternehmen inzwischen viele Programme als SaaS buchen. Um sich einen Überblick über die Angebote und die Anbieter zu verschaffen sollte man sich von  Cloud-Lotsen beraten lassen. Wenn man selbst alle IT Dienste recherchiert, können die Zertifikate der ECO Eurocloud zur Orientierung dienen. Keine genaue Antwort findet man allerdings auf die Frage, ab wann sich das Auslagern in eine cloud wirklich lohnt.

Potenziale. Für kleinere Krankenhausverbände interessant ist aus meiner Sicht das Projekt Social-PM von Esentri – eine virtuelle Projektmanagement-Umgebung, die man von einem Browser aus abrufen kann. Ein solches „virtuelles Büro“ ist faszinierend: Der Nutzer kann online Aufgabenverteilung und Fortschritt gleichermaßen in Echtzeit verfolgen. Dabei kann er Angestellte und freie Mitarbeiter einbeziehen – egal ob diese außer Haus im Home Office oder im Büro arbeiten. Jeder Mitarbeiter ist gleichzeitig auf dem aktuellsten Stand. Viele Unternehmen arbeiten bereits heute mit hybriden Teams aus Festangestellten, „präsenten“ Mitarbeitern und  Freelancern, projektbezogenen Mitarbeitern oder auch Mitarbeitern, die in Elternzeit sind und Aufgaben vom Homeoffice aus wahrnehmen, um sich auf den späteren Wiedereinstig vorzubereiten. Und genau solche hybriden Teams lasen sich in der Praxis mit SaaS und Cloud Computing gut handeln: Jeder Teilnehmer ist jederzeit erreichbar und kann von überall her auf die für seine Arbeit nötigen Informationen zugreifen – soweit er dazu berechtigt ist.

Sicherheit. Leider stehen viele Unternehmen dem Cloud Computing noch sehr skeptisch gegenüber. Der Hacker-Angriff auf Google im Januar 2010 ist vielen im Gedächtnis. Doch trotz möglicher Sicherheitsprobleme sollte man bedenken, dass die Hard- und Software und demnach auch die Sicherheit beim Cloud Computing in den Händen der entsprechenden Fachleute liegt. Und die Anbieter haben genauso ein Interesse an der Sicherheit der Daten wie ihre Kunden. Wenn man ganz sicher Hacker-Angriffe oder schädliche Software etc. vermeiden will, braucht man Spezialisten, die ausschließlich an der Sicherheit arbeiten – gerade das können sich die wenigsten mittelständischen Unternehmen leisten.

Beispiel. Das Krankenhaus A aus dem Krankenhausverbund ABC möchte seine Verwaltungsprozesse optimieren. Es wendet sich an eine Software Beratungsfirma.  Die schlägt die Krankenhaus- und Patienenverwaltungssoftware X vor. Doch die Software ist so umfangreich, dass man sowohl den Krankenhaus-eigenen Server als auch viele Computer in den Abteilungen austauschen müsste. Der Berater schlägt vor, die Verwaltungssoftware und die Daten in eine Cloud auszulagern und per VPN auf die Datenbanken und die Software zuzugreifen. Bei dem Angebot des Anbieters von Cloud Computing ist ein All- inclusive Service dabei, d.h. der Dinestleister kümmert sich um die Datensicherheit und stellt sicher, dass jeder der berechtigt ist nach Bedarf und in Echtzeit auf die Daten zugreifen und sie bearbeiten kann. Auch weitere Kliniken des Klinikverbundes könnten hinzukommen, da die Cloud jederzeit beliebig erweiterbar ist. Auf diese Weise wären die Häsuer untereinader besser vernetzt und ihre Mitarbeiter könnten einfacher und schneller, z. B. online gleichzeitig an einer Abrechnung oder Dienstplänen, zusammenarbeiten.

Fazit und Ausblick. Cloud Computing ist ein Dienst, der noch im Wachstum begriffen ist. Doch Sicherheit, Effizienz und Kosten sind Argumente, die gerade bei mittelständischen und gemeinnützigen Unternehmen, besonders wenn sie sensible Daten wie Patientendaten bearbeiten, schwer wiegen. In absehbarer Zeit ist daher – ähnlich wie bei Social Media – eine Entwicklung vom abgeschotteten Intranet zum Auslagern von IT-Diensten in das Internet und/oder in Clouds zu erwarten. Die nächste Cloudzone am 10. – 11. Mai 2012 in der Karlsruher Messe wird also mindestens genauso interessant werden und das Thema wird mit Sicherheit auch auf der einen oder anderen Medizinmesse anzutreffen sein.

Weitere Informationen: ZDnet: Cloud Computing – die meisten Anbieter sind noch nicht so weit
Bildquelle: http://www.cloud.fraunhofer.de/

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