3 Fragen an … Ina Ferber, Monster Deutschland GmbH

27. Januar 2013

Interviews

Ina Ferber, Director Central Europe Consultancy Services, Monster Deutschland GmbH

Ina Ferber

Ina Ferber leitet seit September 2009 den Bereich Monster Consultancy Services bei der Monster Deutschland GmbH. Spezialisiert hat sich ihr Team auf Recruiting- und Employerbranding-Kampagnen sowie auf Social-Media-Beratung. Parallel unterrichtete sie Personal- und Organisationsentwicklung an der Fachhochschule Frankfurt. Zuvor war Ina Ferber neun Jahre als Personalleiterin und HR Managerin in verschiedenen europäischen Ländern tätig. Sie ist Diplom-Psychologin und hat an der Harvard Business School ihren MBA absolviert. Auf unserer Medical Recruiting Conference stellte Ina Ferber das Recruiting-Konzept von Monster vor: Mit einer Karrierewebseite Türen für neue Bewerber öffnen.

1. Sie haben tagtäglich mit Stellenanzeigen zu tun, sehen, analysieren und bewerten diese, was sind die häufigsten Fehler?

Ina Ferber: An Spitzentagen sind auf Monster.de über 25.000 Anzeigen online, und die Qualität schwankt. Folgende Fehler sehen wir besonders häufig:

  • Die grafische Gestaltung und die Inhalte sind nicht auf die Zielgruppe ausgerichtet. Geschäftsführer und Auszubildende, Spezialisten und Führungskräfte werden mit den gleichen Bildern, Informationen und Formulierungen angesprochen. Das Ergebnis ist oft ein „Mittelweg“, der keine Zielgruppe zur Bewerbung motiviert.
  • Oft sind die Anzeigentexte zu kurz. Die Erfahrung zeigt, wenn nicht ausreichend motivierende Information gegeben wird, springen die Jobsuchenden einfach zur nächsten Stellenanzeige anstatt sich zu bewerben. Anzeigen, die aus einer Unternehmensbeschreibung und ein paar Stichworten zum Anforderungsprofil bestehen, sind daher nicht erfolgreich. Dabei bieten Online-Stellenanzeigen ausreichend Gestaltungsspielraum, um strukturiert und ansprechend Kandidaten zu überzeugen (s. Bsp. u.).
  • Viele Unternehmen machen es interessierten Menschen schwer, eine Bewerbung einzureichen. Manchmal werden Kontaktinformationen komplett vergessen oder nur im Kleingedruckten am Ende der Stellenanzeige erwähnt. Immer häufiger werden Kandidaten auf ein kompliziertes Online-Bewerbungsformular verwiesen. Ganz klar – auch qualifizierte und motivierte Kandidatinnen und Kandidaten springen ab, wenn die Hürden zu hoch sind. Da kann die Stellenanzeige noch so schön sein.

2. Was zeichnet eine gute Online-Stellenanzeige aus und wie schafft man es, sich als Arbeitgeber von der Masse abzuheben? Wann hat Sie das letzte Mal eine Anzeige richtig vom Hocker gerissen und warum?

Ina Ferber: Eine gute Stellenanzeige informiert anschaulich und ehrlich über den Arbeitgeber und die Position. Nicht nur der Anzeigentext ist wichtig. Mitarbeiterzitate und Bilder sind sehr wirkungsvoll. Auffallen können Unternehmen mit guten Job Videos und mit einem neuen Anzeigenformat, den sogenannten Employer Branding-Anzeigen. Mit Unterseiten oder mit der Einbindung von mehreren Unternehmensvideos verwandelt sich die Stellenanzeige in eine innovative Imageseite. Nebenstehend zwei Beispiele für erfolgreiche Employer Branding-Anzeigen.

Abb. 1: Ausschnitt aus einer Employer Branding-Anzeige mit zwei Unternehmensvideos, gestaltet von Monster Consultancy Services

 

Abb. 2: Ausschnitt aus einer Employer Branding-Anzeige mit vier Unterseiten und einer klaren Menüführung, gestaltet von Monster Consultancy Services


3. Wie wichtig ist die Verknüpfung von Stellenanzeigen mit Social Media, hat Monster hierzu Zahlen, wie sich das entwickeln wird, vielleicht auch anhand von BeKnown, Ihrer Facebook-App?

Ina Ferber: Social Media ist eine wunderbare Möglichkeit, mit den gesuchten Menschen in einen ehrlichen Dialog zu treten. Ein BeKnown-Profil hat den besonderen Vorteil, dass Kandidaten und Recruiter sich mit ihrem Facebook-Profil anmelden und trotzdem berufliche und private Aktivitäten trennen können.
Employer Branding in sozialen Netzwerken kann sich sehr positiv auf das Image auswirken und so mittelfristig das Recruiting unterstützen. Jedoch sollte man nicht erwarten, dass allein die Veröffentlichung einer Stellenanzeige auf Facebook oder Twitter eine große Anzahl von Bewerbungen bringt. Nur eingebunden in eine dauerhafte und interessante Kommunikation entfalten Stellenanzeigen in Social Media Wirkung.

Vie­len Dank, Frau Ferber, dass Sie sich die Zeit genom­men haben, unsere Fra­gen zu beantworten!
Die Fragen stellte Vera Babilon.

Hier die Präsentation auf Slideshare:

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