Gehaltsstrukturen im Krankenhaus

29. Januar 2014

Recruiting Trends

Geld

Quelle: Julien Jorge, http://commons.wikimedia.org

Sie benötigen schnell einen Überblick über die Gehaltsstrukturen im Krankenhaus und alle einschlägigen Links? Voilà!

Die Tarifverträge

Das Gehalt deutscher Ärzte* wird in erster Linie von Tarifverträgen geregelt. Es gibt vier Entgeltgruppen: den Assistenzarzt ohne Facharzttitel, den Assistenzarzt mit Facharzttitel, den Oberarzt und den Chefarzt Stellvertreter. Jede Gruppe wird zusätzlich nach der Länge der Arbeitsjahre beurteilt. Je länger ein Arzt tätig ist, desto höher sein Einkommen. Ausgenommen davon sind die Chefärzte, bei diesen wird die Entlohnung einzelvertraglich vereinbart. Da es viele verschiedene Krankenhausträger gibt, kommen verschiedene Tarifverträge zum Tragen.

  • Die öffentlichen Krankenhausträger entlohnen nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes.
  • Die kommunalen Krankenhäuser haben den TV-Ärzte/VKA (Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände).
  • Universitätskliniken bezahlen ihre Ärzte nach dem TV-Ärzte/TdL (Tarifgemeinschaft deutscher Länder).
  • Die privaten Krankenhausträger, sofern es sich um große Klinik-Gruppen handelt, haben ebenfalls eigene Tarifverträge, manche davon wurden mit dem Marburger Bund geschlossen, andere mit ver.di. Hier ein paar Beispiele: Asklepios, Damp, HELIOS, KMG, Median, Rhön, Sana.
  • Bleibt noch auf die Webseite des Marburger Bunds hinzuweisen, dieser ist die Interessenvertretung aller angestellten und beamteten Ärzte in Deutschland. Die 114.000 Mitglieder organisieren sich in 14 Landesverbänden, die im Bundesverband (Sitz in Berlin) zusammengeschlossen sind. Hier gibt es eine Übersicht zu den Tarifverträgen der Landesverbände sowie zu den oben bereits erwähnten Tarifverträgen TV-Ärzte/VKA und TdL in der Vollversion.

Und was, wenn ein Arzt im Krankenhaus, aber nicht als Arzt arbeitet, sondern z.B. als Controller? Hier ein paar Infos zu Besonderheiten:
Der TVöD BT-K (TVöD Besonderer Teil Krankenhäuser), der zwischen der VKA und ver.di abgeschlossen wurde, gilt für alle Mitarbeiter, die ohne ärztliche Approbation im öffentlichen Dienst am Krankenhaus angestellt sind. Dies gilt z.B. auch für Ärzte, die eine nichtärztliche Beschäftigung ausüben. Sie werden wie nichtärztliche Angestellte eingruppiert, die eine vergleichbare Tätigkeit ausüben.

Tarifverträge aus dem ambulanten Sektor, Pflege und MFA:
TVöD BT-B Pflege- und Betreuungseinrichtungen 
Gehaltstarifvertrag für Medizinische Fachangestellte/Arzthelferinnen

Konkrete Zahlen

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), Dachverband der Krankenhausträger in Deutschland, hat 2011 das Deutsche Krankenhausinstitut (DKI) beauftragt, die Gehaltssituation deutscher Krankenhausärzte zu untersuchen. Um die Vergütungssituation der Krankenhausärzteschaft  abzubilden, wurden die fünf wichtigsten Tarifverträge herangezogen. Die Spannweite der Bruttoeinkommen der tarifgebundenen Ärzte reichte auf Stufe 1 von 46.624 € bis 57.763 €, bei den maximalen Bruttoeinkommen der Stufe 4 ist die Differenz schon deutlich größer, nämlich von 79.517 € bis 123.358 €. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Tarifwerken waren übrigens relativ gering. »Hier finden Sie die Studie der DKI: Gehaltssituation deutscher Krankenhausärzte
Laut Unternehmensberatung Kienbaum verdiente ein Krankenhaus-Geschäftsführer 2012 durchschnittlich 157.000 Euro, Krankenhaus-Personalchefs 79.000 Euro und 80% der Chefärzte zwischen 125.000 und 500.000 Euro je nach Krankenhausträger, Mitarbeiter- und Bettenzahl, Berufserfahrung, Reputation und Bonusvereinbarungen. Im Vergleich dazu liegt der Oberarzt-Verdienst bei durchschnittlich 114.000 Euro. »weitere Infos zur Kienbaum-Studie

Europa

Wer wissen möchte, wie Ärzte in anderen Ländern bezahlt werden, kann ein Blick in die KPMG-Studie Auswertung öffentlich verfügbarer Quellen zu europäischen Ärztegehältern vom Juli 2011 werfen. Dort werden die Einkommen unserer europäischen Nachbarn aus Dänemark, Frankreich, Norwegen, Österreich, Schweden, Großbritannien, aus der Schweiz und den Niederlanden verglichen.

* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlecht.

 

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