IBM Institute for Business Value Studie “The business of social business”

25. Januar 2013

Social Recruiting

„Wel­chen Mehr­wert hat es über­haupt, als (Healthcare-) Unter­neh­men in sozia­len Netz­wer­ken prä­sent zu sein?“ ist eine der am häu­figs­ten gestell­ten Fra­gen, wenn wir unsere Kun­den im Bereich Social Recruit­ing bera­ten. Auf­schluss dar­über gibt mög­li­cher­weise die vom IBM Insti­tute for Busi­ness Value im Novem­ber ver­öf­fent­lichte Stu­die “The busi­ness of social busi­ness”. Auch wenn sich Pro­dukt­mar­ke­ting­stra­te­gien nicht 1:1 auf Per­so­nal­mar­ke­ting­stra­te­gien über­tra­gen las­sen, gibt die Stu­die doch Hin­weise dar­auf, wie sich Social Media für die Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­tion sinn­voll ein­set­zen las­sen – und das gilt auch und gerade im Health­ca­re­be­reich. Die Stu­die ana­ly­siert u.a., ob Unter­neh­men im Bereich Social Media bereits aktiv genug sind und wie man mit Social Media wirk­li­chen Mehr­wert schaf­fen kann. Welt­weit wur­den hierzu mehr als 1.100 Orga­ni­sa­tio­nen befragt sowie umfang­rei­che Inter­views mit min­des­tens zwei Dut­zend Geschäfts­füh­rern geführt, die nach­weis­lich über Social Media Erfah­rung ver­fü­gen.

Die DEFINITION: Das Insti­tute for Busi­ness Value defi­niert Social Busi­ness fol­gen­der­ma­ßen: Die Ein­bin­dung von Social Media in die lau­fen­den Geschäfte einer Orga­ni­sa­tion, die dem schnel­len und effek­ti­ven sozia­len Aus­tausch von Infor­ma­tio­nen und Ein­sich­ten exter­ner und inter­ner Per­so­nen dient und letzt­lich das Wirt­schafts­er­geb­nis ver­bes­sern soll.

Die aktu­elle SITUATION: Aktu­ell wird Social Media vor allem hier ange­wen­det: Mar­ke­ting,  Public Rela­ti­ons, Beant­wor­tung von Kun­den­an­fra­gen, gene­rie­ren von Kun­den­mei­nun­gen und –bewer­tun­gen, Wer­bung für Events/Kampagnen, Ver­kaufs­för­de­rung. 46% der befrag­ten Unter­neh­men inves­tier­ten bereits im ver­gan­ge­nen Jahr mehr in ihre Social-Media-Aktivitäten als im Jahr zuvor. 62% möch­ten dies in den nächs­ten 3 Jah­ren eben­falls tun. Es wer­den drei Haupt­an­wen­dungs­fel­der für Social Busi­ness aus­ge­macht:

1. Gene­rie­ren von Kundenbewertungen/Kundenaustausch
Das Insti­tute for Busi­ness Value betont, dass hierzu zunächst Com­mu­nities auf­ge­baut wer­den müs­sen, mit dem Ziel, diese bei Fra­gen, Pro­ble­men etc. zu unter­stüt­zen oder/und in Rich­tung Ver­kauf zu len­ken. Damit diese Com­mu­nities zu einem Erfolg für das Unter­neh­men wer­den, müs­sen fol­gende 4 Regeln bedacht werde:

  • Man benö­tigt Leit­li­nien, um das Vor­ge­hen der Com­mu­nity zu mana­gen,
  • ein oder meh­rere Mode­ra­to­ren müs­sen sich um die Com­mu­nity küm­mern,
  • externe kri­ti­sche Teil­neh­mer müs­sen aus­ge­bil­det wer­den, um Ein­fluss neh­men zu kön­nen und um die Com­mu­nity zu bewer­ben,
  • eine schnelle Reak­ti­ons­fä­hig­keit muss gewähr­leis­tet sein z.B. ggf. bei Her­aus­for­de­run­gen durch die Kun­den.

2. Stei­ge­rung der Mit­ar­bei­ter­pro­duk­ti­vi­tät und Effi­zi­enz
Da viele Unter­neh­men immer glo­ba­ler auf­ge­stellt sind, gehen mehr und mehr Inhouse-Informationen zwi­schen den ein­zel­nen Stand­or­ten ver­lo­ren. Viele Klinik- und Health­care Kon­zerne befin­den sich mit vie­len Stand­or­ten in einer ähn­li­chen Situa­tion. Dezen­tra­les und kom­ple­xes Wis­sen kann mit­hilfe von Social Media  — z.B. wikis oder cloud­ba­sier­ten Lösun­gen — schnell sicht­bar und trans­pa­rent gemacht wer­den. Fach­wis­sen kann mit Social Media schnell gefun­den oder auf­ge­baut wer­den. Social Media kann hel­fen, Team­dy­na­mik in Lern­si­tua­tio­nen her­zu­stel­len, sich schnell über Lernmaterial/Unterrichtsstoff aus­zu­tau­schen und Lern­in­halte ein­zu­üben. Erfah­rene Mit­ar­bei­ter kön­nen ein­ge­bun­den wer­den und bei allen Fra­gen und Pro­ble­men hel­fen. Die Zusam­men­ar­beit jen­seits der loka­len Stand­ort­gren­zen wird erleich­tert. In die­sem Punkt besteht noch eine Menge Entwicklungs- und Aus­bau­po­ten­tial. Es ist der nächste große Schritt in der Ent­wick­lung und Ver­wirk­li­chung von Social Media.

3. Beschleu­ni­gung des Inno­va­ti­ons­pro­zes­ses
Der Inno­va­ti­ons­pro­zess kann sowohl mit exter­nem Input beschleu­nigt wer­den, IBM führt hier u.a. Bei­ers­dorf als Bei­spiel an, das eine Platt­form ent­wi­ckelte, auf der Kun­den oder Lie­fe­ran­ten Pro­dukt­ideen vor­stel­len kön­nen. Auch intern kann der Inno­va­ti­ons­pro­zess berei­chert wer­den. Hier ist es wich­tig, den Wert der Social-Community zu kom­mu­ni­zie­ren, so dass Mit­ar­bei­ter moti­viert sind, ihre Ideen auf die­ser Platt­form mit­zu­tei­len. Schließ­lich kennt z.B. den Pro­zess­ab­lauf in einem Kran­ken­haus nie­mand bes­ser als die eige­nen Mit­ar­bei­ter. Mit Hilfe ihrer Ideen kann die Qua­li­tät ver­bes­sert wer­den. Damit der inno­va­tive Input der Mit­ar­bei­ter struk­tu­riert per Social Media ent­wi­ckelt wer­den kann, gibt es 3 Mög­lich­kei­ten: Sug­ges­tion Boxes = per­ma­nen­tes Forum, Jam = alle kön­nen über ein begrenz­tes Zeit­fens­ter dis­ku­tie­ren und Hack day = ein defi­nier­tes kur­zes Zeit­fens­ter mit dem Ziel, schnell eine brauch­bare Lösung für ein kon­kre­tes Pro­blem zu fin­den. Diver­si­tät der Teil­neh­mer und eine klare Pro­blem­stel­lung sind hier für den Erfolg ent­schei­dend. Auch muss die Moti­va­tion der Teil­neh­mer gewähr­leis­tet wer­den z.B. durch Incen­ti­ves oder eine Ver­gü­tung.

BASICS für die Imple­men­tie­rung und Nut­zung von Social Media: Social-Media-Tools müs­sen in den täg­li­chen Arbeits­all­tag so inte­griert wer­den, dass die Nut­zung für kei­nen Mit­ar­bei­ter einen zusätz­li­chen Auf­wand bedeu­tet. Nur so kön­nen sich z.B. ad hoc Com­mu­nities zu spe­zi­el­len Pro­ble­men bil­den. Even­tu­ell vor­han­dene Hemm­schwel­len müs­sen abge­baut und One-on-one Coa­ching sollte ange­bo­ten wer­den für Mit­ar­bei­ter, die im Umgang mit Social Media noch Schwie­rig­kei­ten haben. Es bedarf eines grund­le­gen­den Wan­dels auch auf orga­ni­sa­to­ri­schem Level, und das Unter­neh­men muss sich klar sein, wie Social Media in die tra­di­tio­nel­len Pro­zesse ein­ge­bet­tet wer­den kann/soll. Ein Zusatz­nut­zen: Social-Media-Daten kön­nen aus­ge­wer­tet wer­den und nütz­li­che Erkennt­nisse lie­fern. Bis­her sind laut IBM jedoch nur ca. 20% der Unter­neh­men in der Lage Ihre KPIs und ROI in Bezug auf die Inves­ti­tio­nen in Social Media zu benen­nen. Natür­lich müs­sen die Risi­ken von Social Media auch bedacht und im Ernst­fall bewäl­tigt wer­den kön­nen. Neben den viel­zi­tier­ten „Shits­torms“  kön­nen das Angriffe auf die Marke, Daten­si­cher­heit, Daten­schutz, Ent­hül­lung von Unter­neh­mens­ge­heim­nis­sen u.ä. sein. Vor­beu­gung durch pro­ak­ti­ves Han­deln ist hier ange­sagt und es kön­nen mit Hilfe von Exper­ten Notfall- und Moni­to­ringstra­te­gieen sowie Social Media Gui­de­li­nes ent­wi­ckelt wer­den. Der Ein­satz von Social Media für die Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­tion erfor­dert – neben tech­ni­schem und stra­te­gi­schem Know How — grund­sätz­lich auch einen Prin­zi­pi­en­wan­del im Manage­ment, das seine aus­schließ­li­che Hoheit über Cor­po­rate Cul­ture und Per­for­mance abge­ben muss. Auch Vor­bild­funk­tio­nen sind gefragt: Füh­rungs­kräfte soll­ten bezüg­lich ihres Ver­hal­tens in und Umgang mit sozia­len Netz­wer­ken das Ver­hal­ten vor­le­ben, das sie sich von den Mit­ar­bei­tern wün­schen.

FAZIT: Die Stu­die kon­sta­tiert, dass soziale Akti­vi­tä­ten im World Wide Web in Zukunft die Norm sein wer­den. Dabei geht es aber nicht ein­fach darum, auf den gän­gi­gen Platt­for­men prä­sent zu sein, son­dern dar­aus auch sub­stan­zi­el­len Nut­zen zu zie­hen. Dass dies mög­lich ist, ermit­telte das McK­in­sey Glo­bal Insti­tute: Unter­neh­men, die Social-Media-Kanäle effek­tiv nut­zen, kön­nen so Social Busi­ness gene­rie­ren und mit einem Wachs­tum zwi­schen 3 und 11% sowie einer Pro­duk­ti­vi­täts­stei­ge­rung zwi­schen 2 und 12% rech­nen. Diese Erkennt­nis gilt auch und gerade für den Health­ca­re­be­reich, in dem soziale Bezie­hun­gen zu diver­sen Ziel­grup­pen wie Patienten/innen, Mitarbeiter/innen und poten­ti­el­len Bewerber/innen ent­schei­dend für den Unter­neh­mens­er­folg sind. Gerne unter­stüt­zen wir Sie im Bereich Ihrer Social Recruit­ing Stra­te­gien und Ihrer Recruit­ing­pra­xis. Sie haben Fra­gen? Bitte kon­tak­tie­ren Sie uns.

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