Nischenstellenmarkt I — Jobbörse der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie

25. Juni 2014

Recruiting Trends

DGG_LogoIn unse­rer klei­nen Serie Nischen­stel­len­märkte möch­ten wir Ihnen in den kom­men­den Wochen immer wie­der mal einen Online-Stellenmarkt vor­stel­len, der sich auf eine bestimmte medi­zi­ni­sche Ziel­gruppe kon­zen­triert und damit sehr erfolg­reich ist. Den Anfang macht die Deut­sche Gesell­schaft für Ger­ia­trie (DGG), wel­che 1985 mit dem Ziel gegrün­det wurde, die For­schung, Pra­xis und Lehre der Ger­ia­trie, also der Medi­zin des altern­den Men­schen, bes­ser zu koor­di­nie­ren. Die DGG hat rund 2.000 Mit­glie­der und bie­tet auf ihrer Online-Plattform www.dggeriatrie.de eine Spezialisten-Jobbörse für Fach­kräfte mit eben dem Schwer­punkt Ger­ia­trie. Wir spra­chen mit Nina Meckel, die den Stel­len­markt der DGG, betreut.

1. Meckel_NinaFrau Meckel, könn­ten Sie den Stel­len­markt Ger­ia­trie für unsere Leser kurz mit ein paar Zah­len, Daten, Fak­ten vor­stel­len?

Nina Meckel: Aber gerne! Den Online­stel­len­markt Ger­ia­trie gibt es jetzt knapp drei Jahre. Er ist das Mit­tel zum Zweck mei­ner Agen­tur: Wir unter­stüt­zen medi­zi­ni­sche Fach­ge­sell­schaf­ten in ihrer Kom­mu­ni­ka­tion, Presse- und Öffent­lich­keits­ar­beit, pfle­gen die Web­site, beglei­ten Kon­gresse – und das kos­tet Geld. In der Regel ver­fü­gen viele Fach­ge­sell­schaf­ten aber nur über ein knap­pes Bud­get. Gleich­zei­tig bekla­gen alle einen Fach­kräf­te­man­gel und wün­schen sich Maß­nah­men, den Nach­wuchs auf sich auf­merk­sam zu machen. Warum also nicht zwei Flie­gen mit einer Klappe schla­gen? Eine attrak­tive Web­site erregt Auf­merk­sam­keit. Wenn hier kos­ten­pflich­tige Stel­len­an­zei­gen geschal­tet wer­den, wird Bud­get gene­riert wie auch auf vakante Stel­len auf­merk­sam gemacht. In bei­den Fäl­len pro­fi­tie­ren die Mit­glie­der. Und diese Idee ist für die DGG auf­ge­gan­gen.
Mehr als 400 Klicks pro Anzeige inner­halb von vier Wochen sind keine Sel­ten­heit mehr. Chefarzt-Anzeigen ver­zeich­nen sogar zwi­schen 700 bis 1200 Klicks in einem Monat – und das, obwohl die Fach­ge­sell­schaft mit rund 2000 Mit­glie­dern ja eher klein ist. Aber 50 inter­es­sierte Nut­zer pro Tag sind eben­falls an der Tages­ord­nung. Ten­denz stei­gend – wie auch die Mit­glie­der­zah­len und die Besu­cher­zah­len der Web­site! Bei­des beflü­gelt sich. So ist auf Sei­ten der Inse­ren­ten eben­falls ein gestei­ger­tes Inter­esse spür­bar: Immer mehr neue Kun­den schal­ten eine Anzeige. Agen­tu­ren emp­feh­len die Home­page der DGG gerne wei­ter. Attrak­tiv erscheint neben den hohen Nut­zer­zah­len der gewünsch­ten Ziel­gruppe „Geria­ter“ auch der ver­gleichs­weise güns­tige Anzei­gen­preis. Der Stel­len­markt hat sich auf jeden Fall eta­bliert.

2. Warum soll­ten Per­so­na­ler ihre Stel­len­an­zeige lie­ber in Ihrem Nischen­stel­len­markt inse­rie­ren? Pla­nen Sie auch eine mobile Fas­sung für Smart­pho­nes oder andere neue Wer­be­for­men als Ergän­zung zum Ange­bot im Inter­net?

Nina Meckel: Der Nischen­stel­len­markt bie­tet einen ganz ent­schei­den­den Vor­teil: Hier wird defi­ni­tiv meine gewünschte Ziel­gruppe auf mich auf­merk­sam. Wer sich für Alters­me­di­zin inter­es­siert, der schaut auf die Home­page der DGG, der ist hier Mit­glied, der hat ein Abo unse­res News­let­ters, in dem wir die Anzei­gen eben­falls bewer­ben, der kommt zum Kon­gress. 400 Klicks pro Anzeige bedeu­tet also für unse­ren Stel­len­markt, dass mit sehr hoher Wahr­schein­lich­keit 400 Geria­ter mit pas­sen­dem Pro­fil das Stel­len­an­ge­bot gele­sen haben. Was nut­zen mir als Kli­nik 10- oder 100-mal mehr Klicks pro Tag in einer gro­ßen Generalisten-Jobbörse, wenn die Nut­zer nicht tat­säch­lich pas­sen? Wich­tig ist doch am Ende, dass sich einige inter­es­sante Kan­di­da­ten bei der Kli­nik bewer­ben und diese nach Gesprä­chen den opti­ma­len Mann oder die opti­male Frau für die zu beset­zende Stelle fin­den. Hohe Auf­merk­sam­keit ist gut. Gezielte Auf­merk­sam­keit ist bes­ser.
Auch kön­nen wir als klei­ner Stel­len­markt bes­ser auf Kun­den­wün­sche ein­ge­hen: Such­funk­tio­nen ein­bauen, Kon­gress­pa­kete schnü­ren, indi­vi­du­ell bera­ten – und ganz wich­tig – die Preise sehr klein hal­ten. Es gibt Kli­ni­ken, die ver­ges­sen in ihrer Anzeige die Adresse anzu­ge­ben, an die die Bewer­bung ver­schickt wer­den soll. Dann mel­den wir uns. Andere suchen seit Mona­ten einen Assis­tenz­arzt, kom­men aber nicht auf die Idee, mal ein Foto des zu ergän­zen­den Stations-Teams zu ver­öf­fent­li­chen. Auch hier geben wir Anstöße. Und nein, das Motto lau­tet „klein und fein“: teure Apps oder andere Wer­be­for­mate fas­sen wir der­zeit noch nicht an. Aber wir ver­öf­fent­li­chen die Assis­tenz­arzt­stel­len auch auf face­book – eben wie­der auf der Platt­form, wo sich die gewünschte Ziel­gruppe „Medi­zin­stu­dent“ auf­hält.

3. Wel­che Emp­feh­lun­gen kön­nen Sie den Recrui­tern für die Suche nach ger­ia­tri­schem Fach­per­so­nal noch geben? Wann lohnt sich z.B. aus Ihrer Per­spek­tive eine zusätz­li­che Schal­tung in den ziel­grup­pen­re­le­van­ten Print-Medien, also in ger­ia­tri­schen Fach­zeit­schrif­ten?

Nina Meckel: Es ist der­zeit sehr schwie­rig Geria­ter zu rekru­tie­ren, da die Nach­frage sehr hoch ist – viele Kli­ni­ken erwei­tern aktu­ell ihre ger­ia­tri­schen Bet­ten oder grün­den eigene Sta­tio­nen. Ich glaube des­halb nicht an teure Print-Anzeigen und emp­fehle lie­ber häu­fi­ger und geziel­ter kos­ten­güns­tige Anzei­gen zu schal­ten. Das Bud­get aller Per­so­nal­ab­tei­lun­gen ist knapp. Dann doch bes­ser jeden Monat eine Anzeige online schal­ten, die immer wie­der in News­let­tern bewor­ben wird oder auf der Web­site beim Lesen von Mel­dun­gen noch in der Rand­spalte auf­taucht, als ein­ma­lig eine Prin­t­an­zeige, die schnell über­blät­tert ist.
Auch weiß ich aus der täg­li­chen Arbeit: Alle Ärzte haben wenig Zeit. Da neh­men Sie gerne „neben­bei“ wahr, dass eine attrak­tive Oberarzt- oder Chef­arzt­po­si­tion aus­ge­schrie­ben ist. Denn aktu­ell sind sie eigent­lich gar nicht auf der Suche. Geria­ter haben nur in einer Situa­tion Zeit sich mit gedruck­tem Papier zu beschäf­ti­gen: Wäh­rend Kon­gres­sen. Hier emp­fehle ich Anzei­gen aus­zu­hän­gen wie auch online auf der Kon­gress­web­site zu schal­ten. Im Vor­bei­ge­hen wird so das Ange­bot regis­triert – spä­ter auf der Web­site wie­der­ent­deckt und dann kann in Ruhe eine Bewer­bung geschrie­ben wer­den. Es funk­tio­niert! Auch tra­gen viele wäh­rend eines Kon­gres­ses ein gedruck­tes Pro­gramm mit sich herum: Hier lohnt sich eine Anzeige. Denn häu­fig ist das Pro­gramm dau­er­haf­ter Weg­be­glei­ter, in dem auch Noti­zen gemacht wer­den. Was sich Recrui­ter und Kli­ni­ken hin­ge­gen wie­der spa­ren kön­nen, sind Bei­le­ger im Pro­gramm oder in der Kon­gres­s­ta­sche. Das sehen alle als unnö­ti­ges Gewicht an: Der Papier­korb gleich hin­ter der Aus­gabe quillt über von all den Wer­be­fly­ern, die alle gele­sen wer­den wol­len. Dabei wer­den sie kei­nes Bli­ckes gewür­digt. Flyer, die an einem zen­tra­len Ort aus­ge­legt wer­den kön­nen, wer­den hin­ge­gen gerne und gezielt aus­ge­sucht und mit­ge­nom­men. Das kann wie­der gut inves­tier­tes Geld sein. Kon­gresse sind also mit die beste Gele­gen­heit Per­so­nal anzu­wer­ben.

Frau Meckel, herz­li­chen Dank für das nette Gespräch.

Die Fra­gen stellte Michael Christ.

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