Print * Online * Crossmedia: Innovative Konzepte im ZEIT-Stellenmarkt

10. Februar 2011

Recruiting Trends

Interview mit Martin Schmiedel, Die ZEIT, Sales Manager Personalmarketing Public & Health Sector.
MTJ: Herr Schmiedel, wir schätzen die ZEIT seit 20 Jahren als Medienpartner im Printbereich. Im letzten Jahr hat es gravierende Umstrukturierungen im ZEIT-Stellenmarkt gegeben. Können Sie mir sagen, wovon Arbeitgeber im Gesundheitswesen bei der Suche nach Fach- und Führungskräften hier am meisten profitieren?

MS: Vielen Dank zunächst für die Blumen. Wir haben in der Tat im Herbst letzten Jahres im Rahmen eines ganzheitlichen Relaunches Veränderungen vorgenommen, die im Anzeigenmarkt und von den Lesern und Usern sehr gut angenommen werden. Insbesondere für den Gesundheitssektor bieten wir nun eine eigene Rubrik „Medizin und Gesundheit“, die im Allgemeinen am Anfang des Stellenteils steht. So werden insbesondere die Stellenanzeigen aus diesem Bereich besonders leicht gefunden. Darüber hinaus bietet die ZEIT-Redaktion ein hervorragendes Umfeld: Auf einer eigenen Seite, die direkt vor dem Stellenmarkt platziert ist, werden die beruflichen Möglichkeiten im Gesundheitssektor regelmäßig vorgestellt.

MTJ: Durch den Fach- und Führungskräftemangel hat sich der Arbeitsmarkt von einem Angebots- zu einem Nachfragemarkt entwickelt. Viele Unternehmen haben erfolgreich daran gearbeitet, mit einer attraktiven Arbeitgebermarke auf sich aufmerksam zu machen. Welchen Stellenwert nimmt das Thema Employerbranding im ZEIT-Stellenmarkt ein?

MS: Einen immer größeren Stellenwert. Dies drückt sich bei der konkreten Umsetzung in Anzeigen darin aus, dass wir auf der einen Seite – im Gegensatz zu wenigen Jahren zuvor – immer mehr Imagekomponenten in den Stellenanzeigen wieder finden. Auf der anderen Seite unterstützen wir diese Entwicklung durch kreative Sonderwerbeformate, die wir eigens entwickeln. So bieten wir zum Beispiel ein doppelseitiges Anzeigenformat an, das durch eine blatthohe Perforation sehr leicht herausgetrennt werden kann – ein besonderer Service, den unsere Leser gerne nutzen. In beiden Fällen geht es nicht mehr nur um die Besetzung der offenen Stelle – unsere Kunden wollen sich auch als attraktive Arbeitgeber präsentieren. Im Übrigen ist das Schalten einer Anzeige in einer Qualitätszeitung wie der ZEIT an sich schon eine Aussage darüber, in welchem Umfeld ich als Arbeitgeber für mich werben möchte.

MTJ: Das Thema Vernetzung spielt durch zahlreich angebotene Crossmedia-Formate und die zunehmende Nutzung von Social-Media im HR-Bereich eine immer größere Rolle. Welche Plattformen und Portale erhöhen den Mehrwert einer Ausschreibung bei der ZEIT?

MS: Zum Einen erreichen unsere Kunden mit der ZEIT potentiell 2 Millionen Leser, die zu einem sehr großen Anteil den gesellschaftlichen Leitmilieus zuzuordnen sind – ZEIT-Leser suchen nicht nur für sich selber nach neuen beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten, sondern werden ebenso oft um ihre Meinung gefragt und gelten in dieser Hinsicht als Ratgeber. Dazu veröffentlichen wir die gedruckten Anzeigen gleichzeitig auf ZEIT ONLINE. Darüber hinaus haben wir im letzten Jahr zwei sehr interessante Kombinationsmöglichkeiten ins Leben gerufen. Mit unserem Partner Springer-Medizin sind wir in der Lage, neben der großen Reichweite über die ZEIT und ZEIT ONLINE auch zielgruppenspezifische Fachmedien anzubieten. Außerdem erreichen wir über unseren Partner e-fellows.net aktuelle oder ehemalige Medizinstudenten, die in diesem Online-Netzwerk als Stipendiaten gelistet sind.

MTJ: Chancen und Karriere – die Premium-Personalmärkte der ZEIT bieten einen ganzen Service-Kosmos rund um das Thema Personalmarketing – vom PersonalerInnenstammtisch bis zu HR-Seminaren. Können Sie aus der Fülle dieser Angebote diejenigen benennen, die für Arbeitgeber im Gesundheitswesen besonders interessant sind?

MS: Wir organisieren – gerne auch auf Kundenwunsch – individuelle Workshops zum Einstieg in das Thema Arbeitgebermarketing. Hier erarbeiten die Teilnehmer gemeinsam Lösungsansätze für das Arbeitgebermarketing. Personalerstammtische nutzen wir, um den Austausch zwischen den Personalverantwortlichen auch über die eigene Branche hinaus zu fördern. Hier wird jeweils ein übergreifendes Personalthema durch einen kompetenten Referenten vorgestellt und diskutiert.

MTJ: Viele Printmedien bieten Online-Veröffentlichungen grundsätzlich nur als Add-on in Verbindung mit Printanzeigen an – aus verständlichen Gründen. Seit Kurzem ist in der ZEIT auch eine Veröffentlichung von Stellenanzeigen im Online-Only-Format möglich. Machen Sie sich damit nicht selbst Konkurrenz?

MS: In der Tat bedeutet dieser Schritt einen Paradigmenwechsel für unser Verlagshaus. Letztendlich haben wir jedoch die Chancen höher bewertet als die Risiken. Wir sehen insbesondere Potential darin, neue Kundengruppen anzusprechen, die sich schon seit längerem für reine Online-Ausschreibungen entschieden haben. ZEIT ONLINE bietet hierfür ein hervorragendes Umfeld und einen attraktiven Markt. 98% der Stellenmarkt-Nutzer haben einen Hochschulabschlus. ZEIT ONLINE ist darüber hinaus für ein breiteres Kundenspektrum interessant. Zum Beispiel haben wir über die Ausschreibung eines Bauingenieurs auf ZEIT ONLINE so viele Bewerbungen generiert, dass der Kunde uns gebeten hat, die Anzeige vom Netz zu nehmen.

MTJ: Das Angebot an Plattformen für den HR-Markt hat sich innerhalb kürzester Zeit radikal verändert. Online-Stellenmärkte für ganz unterschiedliche Zielgruppensegmente stehen in direkter Konkurrenz zu großen Generalisten wie Stepstone, Monster/jobpilot und Co. Klassische Print-Stellenmärkte wie in der ZEIT, deren redaktionelles Umfeld durch die publizistische Arbeit weniger ExpertInnen geprägt ist, sehen sich einer Fülle von Crowd-Sourcing-Projekten gegenüber, die – zugegeben- auch nicht schlecht sind.  Wie beurteilen Sie insgesamt die weitere Entwicklung im Personalmarketing und die Rolle des ZEIT-Stellenmarktes?

MS: Hier lautet unser Stichwort vor allen Dingen „Qualität“ – und dies in jeder Hinsicht: Inhalte, Produkte und Services, Leser und Nutzer der ZEIT und von ZEIT ONLINE werden immer vor allen Dingen für diesen Begriff stehen. Nur durch Qualität entstehen Umfelder und Märkte, die dem zu Recht besonderen Anspruch unserer Kunden, Leser und Nutzer gerecht werden. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch unser Slogan für den Stellenmarkt: „Mehr Inhalt für die Karriere“. Er signalisiert, dass es sich bei den von uns veröffentlichten Ausschreibungen in einem sehr großen Umfang um Stellen handelt, die im Wortsinne sinnvoll sind. Gemeinsam mit dem Qualitätsbegriff bin ich überzeugt davon, dass hierdurch eine klare Differenzierung von ZEIT und ZEIT ONLINE zum Massenmarkt und zu noch kleineren Spezialisten stattfindet.

Genau darum geht es im Grunde genommen auch im Personalmarketing – unabhängig davon, ob wir über klassische Medien, Online-Stellenmärkte oder Soziale Medien im Besonderen sprechen, die ja im Moment in aller Munde sind. Ich bin der Überzeugung: Wenn wir es – wie bisher – schaffen, unsere Kunden von der Qualität unserer Produkte und der durch uns zu erreichenden Zielgruppen zu überzeugen, werden DIE ZEIT und ZEIT ONLINE auch langfristig im umkämpften Personalmarkt als Medien überzeugen.

MTJ: Herr Schmiedel, wir bedanken uns sehr herzlich für dieses Interview.

Die Fragen an Martin Schmiedel stellte Ulrike Maier, Geschäftsführung MCM Media Consult

Weiterführende Links:
http://www.chancenundkarriere.de/
http://www.e-fellows.net/show/detail.php/225

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