Top oder Flop – kann Social Media Research ein weiterer Recruitingkanal sein?

Zuniga-BildRecruiting-Erkenntnisse frisch von der Hochschule: Viridiana Neumann, International Recruiting Manager bei Media Consult Maier + Partner GmbH,  hat im vergangenen Sommer ihre Masterarbeit im Fachbereich Service Marketing an der Hochschule Pforzheim  zum Thema Social Media Research – Instrumente zur Opti­mie­rung von inter­na­tio­na­len Social-Recruit­ing-Stra­te­gien im Gesund­heits­we­sen durch­ge­führt. Anlass für die­se Stu­die war der stei­gende Ärzte­man­gel sowie die Ent­wick­lung der so genann­ten Mill­en­ni­als in einer immer mehr netz­wer­ko­ri­en­tier­ten Gesell­schaft. Die wich­tigsten Erkennt­nisse und Emp­feh­lun­gen zur Erwei­te­run­g von Recruit­ing­ka­nälen stellt Sie uns hier vor.

Die Analyseinstrumente: Mix aus klas­si­scher Online-Befra­gung und Social Media Monitoring

Das Beob­ach­tungsinstru­ment Social Media Moni­to­ring wurde aus­ge­wählt, weil bei einer vor­he­ri­gen Konkurrenzanalyse festgestellt wurde, dass sich inter­na­tio­nale Ärzte, die eine Arbeits­stelle suchen oder eine Wei­ter­bil­dung zum Fach­arzt in Deutsch­land machen möchten, in Com­mu­nities und Foren austauschen. Diese Erkenntnis hat mich dazu gebracht, zwei Social Media Moni­to­ring Tools zu tes­ten, einerseits den kos­ten­pflich­ti­gen Talk­wal­ker sowie das kos­ten­lo­se Google Alerts, um zu über­prü­fen, ob damit meh­rere ähnli­che Kon­ver­sa­tio­nen mit gerin­gem Zeit­auf­wand erfasst wer­den kön­nen. Der Ein­satz der bei­den Moni­to­ring Instrumente sollte zei­gen, ob sich über­haupt ein Tool für die Erwei­te­rung von Social-Recruit­ing-Kanä­len eig­net. Falls ja, sollte auch die Frage geklärt wer­den, wo ein Aus­tausch zwi­schen inter­na­tio­na­len Ärzten und Kran­ken­pfle­gern über Job­su­che statt­fin­det, wel­che Informationen und Themen bei der Job­su­che wich­tig sind und wel­che medi­zi­ni­schen Ziel­grup­pen bereit sind, eine Stelle in Deutsch­land anzu­neh­men. Die beob­ach­te­ten Kanäle wur­den dabei nicht ein­ge­schränkt, da wich­tig war zu erfahren, wo inter­na­tio­nale Bewer­ber im Social Web gefun­den wer­den kön­nen.

Darüber hinaus habe ich das klas­si­sche Markt­for­schungsinstru­ment Online-Befra­gung (ISR-Studie) aus­ge­wählt, um die dar­aus resul­tie­ren­den Ergeb­nisse, denen des Social Media Moni­to­rings gegen­überzustellen. Schließ­lich sollte fest­ge­stellt wer­den, ob ein inte­grier­ter Ansatz der Rese­arch-Instru­mente für die Opti­mie­rung bzw. für die Wei­ter­ent­wick­lung von inter­na­tio­na­len Social-Recruit­ing-Stra­te­gien im Gesund­heits­be­reich sinn­voll ist.

Ergebnisse des Social Media Monitorings

Bezüg­lich der demo­gra­phi­schen Daten konnte die rich­tige Ziel­gruppe über das kos­ten­lose Moni­to­ring Tool von Google Alerts beob­ach­tet wer­den, da der Beruf und die Natio­na­li­tät der Netz­werk­be­nut­zer genau erwähnt wur­den. Jedoch waren wei­tere biografische Daten unvoll­stän­dig, bspw. wur­den sel­ten die genauen Deutsch­kennt­nisse oder der Fami­li­en­stand erwähnt. Zudem ist die manu­elle Aus­wer­tung hier sehr auf­wän­dig.
Die gefun­de­nen Kon­ver­sa­tio­nen bzw. Mei­nun­gen des Social Media Moni­to­ring sind im Ver­gleich zu der Online-Befra­gung (ISR-Studie) nicht reprä­sen­ta­tiv gewe­sen, trotz­dem eig­ne­ten sie sich für eine qua­li­ta­tive Ana­lyse. Obwohl die klas­si­sche Online-Befra­gung (ISR-Studie) auf­grund der Zahl der Teil­neh­mer viel mehr The­men, die für die poten­zi­el­len Bewer­ber wich­tig sind, lie­ferte, wur­den auch neue The­men durch das Moni­to­ring iden­ti­fi­ziert. Bei­spiels­weise, dass die Kran­ken­pfle­ger einen Stand­ort­wech­sel (Relo­ca­tion) anstreben und gerne nach Deutschland kommen würden. Diese kön­nen als sehr wich­tige poten­zi­elle Bewer­ber betrach­tet wer­den, da sie oft Mut­ter­sprach­ler sind und die Mög­lich­kei­ten, sie zu plat­zie­ren, bes­ser sind.
Ein über­ra­schen­des Ergeb­nis des Moni­to­rings war, dass poten­zi­elle Bewer­ber haupt­säch­lich auf Social-Media-Kanä­len gefunden wur­den, die in der Online-Befra­gung (ISR-Studie) als total unwich­tig bzw. als nie benutzt eingeschätzt wur­den. Das Moni­to­ring hilft daher, neue Kanäle zu iden­ti­fi­zieren.
Sowohl die Moni­to­ring-Ergeb­nisse als auch die Ergeb­nisse aus der Online-Befra­gung bestä­tig­ten, dass immer weni­ger Fach­ärzte auch auf dem inter­na­tio­nalen Arbeits­markt zur Ver­fü­gung ste­hen. Wobei zu berücksichtigen ist, dass im Social Web eher die junge Ziel­gruppe unter­wegs ist. Wie die „Inter­na­tio­nal Social-Recruit­ing-Stu­die“ zeigt, waren die meisten User zwi­schen 25 und 39 Jahre alt.

Zusam­men­fas­sung und Empfehlung

Die Gren­zen eines pro­fes­sio­nel­len Moni­to­rings bei der Opti­mie­rung von inter­na­tio­na­len Social Recruit­ing Stra­te­gien lie­gen in der Beschaf­fen­heit der ana­ly­sier­ten Quel­len. Sobald ein Austausch in geschlos­se­nen Foren und Com­mu­nities statt­fin­det, ist ein pro­fes­sio­nel­les und kos­ten­pflich­ti­ges Moni­to­ring Tool nicht geeig­net, da die Tech­no­lo­gieanbie­ter nur beschränk­ten Zugang haben. Genau dort fin­den aber alle wich­ti­gen Kon­ver­sa­tio­nen der Ziel­grup­pen statt. Des­halb emp­fehle ich, ein kos­ten­lo­ses Tool wie Google Alerts oder ähnli­ches als zusätz­li­ches Tool einzusetzen. Das Moni­to­ring sollte zudem im Zusam­men­hang mit einem klas­si­schen Mark­for­schungs­in­stru­ment wie z.B. einer Online-Befra­gung (ISR-Studie) imple­men­tiert wer­den, hierdurch kön­nen Ergeb­nisse mit­ein­an­der ver­gli­chen wer­den und sich ergän­zen. Eine inte­grier­te Social-Media-Analyse sollte zunächst ein­mal im Jahr und je nach Bedarf öfter durch­ge­führt werden.

Please note: Einzelheiten der Online-Befragung werde ich nächsten Monat vorstellen.

 

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