Wettbewerb „Beste Arbeitgeber im Gesundheitswesen“

Es ist für jedes Unter­neh­men von Vor­teil, die Mit­ar­bei­ter­zu­frie­den­heit von einer exter­nen Orga­ni­sa­tion über­prü­fen zu las­sen. Der Wett­be­werb Great Place to Work wird unter­stützt vom Bun­des­mi­nis­te­rium für Arbeit und Sozia­les im Rah­men sei­nes Pro­gramms Initia­tive Neue Qua­li­tät der Arbeit (INQA) und von der Berufs­ge­nos­sen­schaft für Gesund­heits­dienst und Wohl­fahrts­pflege (BGW).

Die Anfor­de­run­gen an die ambu­lante Inten­siv­pfle­ge­kraft sind hoch und ver­lan­gen neben dem Fach­wis­sen große Empa­thie. Die bei­den erfah­re­nen Kran­ken­pfle­ger Jörg Bram­bring und Chris­toph Jaschke waren sich bei der Grün­dung der Heim­be­at­mungs­ser­vice Bram­bring Jaschke GmbH mit Sitz in Unter­ha­ching im Jahr 1998 des­sen bewusst. Den­noch muss­ten auch sie erst erle­ben, dass es einen Unter­schied macht, ob man, wie zu Beginn, nur zwei Kli­en­ten ver­sorgt oder bun­des­weit über 70. In einer sol­chen Grö­ßen­ord­nung mit über 500 Mit­ar­bei­tern und Stand­or­ten in Bay­ern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen stellte sich immer drän­gen­der die Frage nach der Mit­ar­bei­ter­füh­rung und der Bin­dung der Mit­ar­bei­ter an das Unter­neh­men. Die bei­den Geschäfts­füh­rer ent­schlos­sen sich erst­mals im Jahr 2006 zu einer extern geführ­ten, anony­men und frei­wil­li­gen Mit­ar­bei­ter­be­fra­gung durch das Great Place to Work Insti­tute Deutsch­land. Das war damals wie ein Sprung ins kalte Was­ser, beschrei­ben es die Geschäfts­füh­rer: Denn was wer­den die Mit­ar­bei­ter tat­säch­lich auf die 62 Fra­gen zu ihrer Zufrie­den­heit im Unter­neh­men ant­wor­ten? Und das anonym!

Bei der ers­ten Befra­gung zeig­ten sich deut­li­che Schwach­stel­len im Unter­neh­men. Kri­ti­siert wurde z.B. die Kom­mu­ni­ka­tion, einer­seits zwi­schen den Füh­rungs­kräf­ten und den Mit­ar­bei­tern, ande­rer­seits unter den Mit­ar­bei­tern und in den Teams. Es zeig­ten sich Miss­ver­ständ­nisse und Rei­bungs­ver­luste im Arbeits­pro­zess, Frus­tra­tio­nen in Bezug auf den Arbeits­all­tag, Pro­bleme bezüg­lich der Arbeits­zei­ten bei Mit­ar­bei­tern mit klei­nen Kin­dern sowie psy­chi­sche Pro­bleme im Sinne von Bur­nout.

Nach der Aus­wer­tung der Mit­ar­bei­ter­be­fra­gung kam eine Menge Arbeit auf die Geschäfts­füh­rung und die Füh­rungs­kräfte zu. Fol­gende Ände­run­gen wur­den vor­ge­nom­men:

  • Schaf­fung einer trans­pa­ren­ten Unternehmens- und Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur
  • Ver­bes­se­rung der inter­nen Kom­mu­ni­ka­tion durch Trai­nings­maß­nah­men für wert­schät­zende Kom­mu­ni­ka­tion
  • regel­mä­ßige Ein­zel­ge­sprä­che
  • ver­bes­serte Erreich­bar­keit der Geschäfts­lei­tung
  • Aner­ken­nung beson­de­rer Leis­tun­gen über eine leis­tungs­ori­en­tierte Bezah­lung
  • Zuzah­lung zur Alters­vor­sorge
  • Ein­füh­rung eines Kum­mer­kas­tens für Ver­bes­se­rungs­vor­schläge und Kri­tik
  • Bereit­stel­lung von her­vor­ra­gen­dem Equip­ment wie PCs, fir­men­ei­gene Autos und Dienst­han­dys
  • fle­xi­blere Arbeits­zei­ten für Mit­ar­bei­ter mit klei­nen Kin­dern
  • Hil­fe­stel­lung bei der Suche nach geeig­ne­ter Kin­der­be­treu­ung
  • Schu­lungs­an­ge­bote und För­de­rung der beruf­li­chen Wei­ter­ent­wick­lung für Füh­rungs­kräfte
  • Schu­lungs­an­ge­bote für Mit­ar­bei­ter in den Berei­chen Per­sön­lich­keits­bil­dung, Reflek­tion der Rolle Pfle­ge­kraft, Kom­mu­ni­ka­tion und natür­lich in den Spe­zi­al­ge­bie­ten der Beat­mungs­pflege

Dafür grün­dete das Unter­neh­men eine eigene Aka­de­mie, die Inten­sive Home Care Con­sul­ting GmbH (IHCC). Die Inhalte der Semi­nare, Work­shops und Schu­lun­gen, die von pro­fes­sio­nel­len Coa­ching­kräf­ten und Fach­re­fe­ren­ten abge­hal­ten wer­den, sind auch für das per­sön­li­che Leben der Mit­ar­bei­ter von gro­ßem Wert.

Nach den grund­le­gen­den Ände­run­gen zeigte sich bei den spä­te­ren exter­nen Mit­ar­bei­ter­be­fra­gun­gen, wie wich­tig diese waren. Die Befra­gungs­er­geb­nisse haben sich seit­dem lau­fend ver­bes­sert. In den Jah­ren 2007 und 2010 erreichte das Unter­neh­men im Wett­be­werb „Beste Arbeit­ge­ber im Gesund­heits­we­sen“ einen her­vor­ra­gen­den 2. Platz. Seit 2010 gehört es auch zu den jeweils „100 Bes­ten Arbeit­ge­bern Deutsch­lands“. Im Februar 2011 erhielt es erneut die Aus­zeich­nung „Bes­ter Arbeit­ge­ber im Gesund­heits­we­sen“ (3. Platz), zusätz­lich die Son­der­preise „Mit­ar­bei­ter­qua­li­fi­zie­rung“ und „Ambu­lante Inten­siv­pflege“.

Doch mit der Bewer­bung beim Great Place to Work Insti­tute Deutsch­land allein ist es nicht getan. Das Insti­tut prüft ein­ge­hend und befragt nicht nur die Mit­ar­bei­ter. Das Unter­neh­men muss im Rah­men eines Kul­tur­au­dits einen aus­führ­li­chen Fra­ge­bo­gen beant­wor­ten und alle Maß­nah­men bele­gen. Das macht Arbeit! Aber diese Art von Bestands­auf­nahme ist auch für das Unter­neh­men selbst eine große und span­nende Her­aus­for­de­rung. Seit den lau­fen­den Ver­bes­se­run­gen zei­gen sich die Erfolge: immer weni­ger Fehl­zei­ten, stei­gende Arbeits­zu­frie­den­heit, lan­ger Ver­bleib im Unter­neh­men, her­vor­ra­gen­des Betriebs­klima und der Stolz dar­auf, in einem Unter­neh­men arbei­ten zu dür­fen, das bun­des­weit als her­vor­ra­gen­der Arbeit­ge­ber mehr­mals aus­ge­zeich­net wurde. Für die Geschäfts­füh­rung war es eine Selbst­ver­ständ­lich­keit, sich nach jeder Befra­gung bei den Mit­ar­bei­tern für deren Teil­nahme zu bedan­ken und nach innen zu kom­mu­ni­zie­ren, dass die Aus­zeich­nun­gen jedem ein­zel­nen Mit­ar­bei­ter gel­ten. Diese gegen­sei­tige Wert­schät­zung zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Unter­neh­men und ist ein Band, das die Geschäfts­lei­tung, die Füh­rungs­kräfte und alle Mit­ar­bei­ter mit­ein­an­der ver­bin­det.

Die Erfolgs­fak­to­ren der Heim­be­at­mungs­ser­vice Bram­bring Jaschke GmbH sind Glaub­wür­dig­keit, Respekt, Fair­ness, Stolz und Team­geist. Hierzu einige Ant­wort­bei­spiele aus der Benchmark-Studie „Beste Arbeit­ge­ber im Gesund­heits­we­sen 2010“ zu den Berei­chen:

1.  Glaub­wür­dig­keit

  • 80 % der Mit­ar­bei­ter gaben an: Die Füh­rungs­kräfte hal­ten mich über wich­tige The­men und Ver­än­de­run­gen auf dem Lau­fen­den.
  • 79 %: Ich kann mich mit jeder ver­nünf­ti­gen Frage an die Füh­rungs­kräfte wen­den und erhalte eine direkte und offene Ant­wort.
  • 88 %: Die Füh­rungs­kräfte sind gut erreich­bar und unkom­pli­ziert anzu­spre­chen.
  • 94 %: Die Füh­rungs­kräfte ver­trauen auf die gute Arbeit der Mit­ar­bei­ter, ohne sie stän­dig zu kon­trol­lie­ren.
  • 87 %: Die Mit­ar­bei­ter erhal­ten hier viel Ver­ant­wor­tung.
  • 94 % Ich glaube, dass die Füh­rungs­kräfte Kün­di­gun­gen nur als letz­ten Aus­weg wäh­len.
  • 87 %: Die Geschäfts­prak­ti­ken der Füh­rungs­kräfte sind ehr­lich und ethisch ver­tret­bar.

2.  Respekt

  • 70 % der Mit­ar­bei­ter gaben an: Mir wird Wei­ter­bil­dung und Unter­stüt­zung für meine beruf­li­che Ent­wick­lung ange­bo­ten.
  • 91 %: Ich bekomme die not­wen­di­gen Mit­tel und die Aus­stat­tung, um meine Arbeit gut zu erle­di­gen.
  • 83 %: Die Füh­rungs­kräfte erken­nen an, dass bei der Arbeit auch Feh­ler pas­sie­ren kön­nen.
  • 87 %: Die kör­per­li­che Sicher­heit am Arbeits­platz ist gewähr­leis­tet.
  • 79 %: Unser Gebäude und die Ein­rich­tun­gen tra­gen zu einer guten Arbeits­um­ge­bung bei.
  • 73 %: Die Füh­rungs­kräfte zei­gen auf­rich­ti­ges Inter­esse an mir als Per­son und nicht nur als Arbeits­kraft.

3. Fair­ness

  • 93 % der Mit­ar­bei­ter gaben an: Die Mit­ar­bei­ter wer­den unab­hän­gig von ihrem Alter fair behan­delt.
  • 98 %: Die Mit­ar­bei­ter wer­den unab­hän­gig von Natio­na­li­tät oder eth­ni­scher Her­kunft fair behan­delt.
  • 94 %: Die Mit­ar­bei­ter wer­den unab­hän­gig von ihrem Geschlecht fair behan­delt.

4. Stolz

  • 85 % der Mit­ar­bei­ter gaben an: Ich glaube, ich kann hier einen bedeut­sa­men Bei­trag leis­ten.
  • 87 %: Meine Arbeit hat eine beson­dere Bedeu­tung für mich und ist nicht ein­fach nur ein „Job“.
  • 87 %: Ich bin stolz auf das, was wir hier gemein­sam leis­ten.
  • 87 %: Ich bin stolz, ande­ren erzäh­len zu kön­nen, dass ich hier arbeite.
  • 91 %: Die Leis­tun­gen unse­rer Ein­rich­tung kann ich kran­ken und pfle­ge­be­dürf­ti­gen Freun­den, Bekann­ten und Ange­hö­ri­gen nur emp­feh­len.
  • 89 %: Ich bin zufrie­den mit der Art und Weise, in der wir einen Bei­trag für die Gesell­schaft leis­ten.

5. Team­geist

  • 83 % der Mit­ar­bei­ter gaben an: Ich kann hier „ich selbst sein“ und brau­che mich nicht zu ver­stel­len.
  • 93 %: Wir haben hier eine freund­li­che Arbeits­at­mo­sphäre.
  • 91 %: Als neuer Mit­ar­bei­ter fühlt man sich hier will­kom­men.
  • 93 %: Wenn Mit­ar­bei­ter inner­halb des Unter­neh­mens ihre Funk­tion oder die Abtei­lung wech­seln, wer­den sie gut auf­ge­nom­men und inte­griert.

Ins­ge­samt 86 % der Mit­ar­bei­ter gaben an: Alles in allem kann ich sagen: Dies hier ist ein sehr guter Arbeits­platz.

Die­ser Bei­trag wurde von Dr. Maria Pan­zer und dem Team von www.heimbeatmung.com erstellt. Mehr dazu auf:

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